Bundesärztekammer diskriminiert Homosexuelle

von So, Let's Have a Baby

Diskriminierung ist für Frauen und Homosexuelle in Deutschland kein neues Phänomen. Lesben trifft sie demnach doppelt. Ärgerlich wird’s beim Kinderwunsch. Denn die Bundesärztekammer hält das klassische Familienbild hoch und sieht die Insemination bei lesbischen Frauen nicht vor.

Warum wollen Ärzte die Insemination bei Frauen, „die in keiner Partnerschaft oder in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft leben“, nicht durchführen? Der Grund ist so banal, dass man fast darüber lachen könnte: Lesben könnten den Arzt auf Unterhaltspflicht verklagen, denn es gibt zunächst einmal nur eine Mutter und weder einen Vater (da der Samenspender in den meisten Fällen anonym bleibt) noch eine Co-Mutter. Die Co-Mutter darf das Kind nämlich erst adoptieren, wenn es schon zur Welt gekommen ist – und selbst dann muss sie in der Regel viele Monate darauf warten, dass das zuständige Jugendamt der Stiefkindadoption zustimmt.

Es ist zwar noch nie vorgekommen, dass Lesben nach einer Insemination den Arzt verklagt haben, um sich Unterhaltszahlungen zu erschleichen, aber wer weiß schon, wozu Lesben fähig sind? So denkt zumindest die Bundesärztekammer. Die Bundesärztekammer ist eine wichtige Institution für die Ärzte, weil deren Richtlinien in den Bundesländern zu einem Recht werden, das die Ärzte befolgen müssen, sofern sie ihre Zulassung behalten wollen. Die taz hat das Thema in dem Artikel Vorsicht, Samen für Lesben vom 1. November 2011 verständlich zusammengefasst.

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